Synergie aus Explosion, Kunst und Fotografie

Foto: K. Bohn
Foto: K. Bohn

Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Kunst, Fotografie und Technik. Mein Chemie-Studium an der Karlsruher Universität (jetzt: Karlsruher Institut für Technologie) 1993 erfolgreich abgebrochen habend, bin ich seitdem hauptberuflich im IT-Umfeld tätig.

Seit 1996 verfüge ich über eine sprengstoffrechtliche Befähigung für allgemeine Sprengarbeiten, Sprengungen zu land- und forstwirtschaftlichen Zweckenden und die Sprengung (Abbruch) von Gebäuden. Seit einigen Jahren reifte der Wunsch, mich nebenberuflich künstlerisch zu betätigen.

„Jeder Akt der Schöpfung ist zuerst ein Akt der Zerstörung“ (Pablo Picasso)

Der Einsatz von Sprengstoff für künstlerische Zwecke erfolgt auch aufgrund hoher gesetzlicher Anforderungen bislang sehr zurückhaltend; bekannte Künstler sind Evelyn Rosenberg (sie hat den Begriff der Detonografie erschaffen) und Vhils (er sprengt Porträts in Häuserwände). Diese Lücke möchte ich gerne füllen. Mich begeistert die Möglichkeit, mit dem Einsatz von verschiedenen Sprengstoffen (hier setze ich neben gewerblichen Gesteinssprengstoffen auch speziellen Sprengstoff, wie Semtex in Folienform ein) teils unerwartete Ergebnisse zu schaffen. Mein Anspruch: Die Schaffung von Kunstwerken basierend auf der Synergie von Explosion, Fotografie und Struktur.


Die durch die Detonation von Sprengstoff freigesetzte Energie lässt im Bruchteil einer Sekunde Drücke von rund 100 000 Bar (50 000-mal so groß wie der Druck in einem Autoreifen) entstehen. Das sind rund 100 Tonnen pro Quadratzentimeter entstehende Kraft, welche Metalle verformen oder Strukturen in Metalloberflächen übertragen lässt. Gegenstände lassen sich zertrennen, durchlöchern oder vollständig zerstören.


Die Anwendungsart des Sprengstoffs und seine Menge bestimmt den Charakter der entstehenden Struktur. Mit dieser Interaktion z. B. von Metall als Symbol der Beständigkeit, Stabilität und Härte auf der einen Seite und Sprengstoff als Sinnbild von Zerstörungskraft auf der anderen Seite lassen sich Ergebnisse unterschiedlicher Art schaffen: So können zentimeterdicke Metallplatten nach sprengtechnischer Umformung organische Strukturen erhalten, welche als Obst- oder Feuerschale Ruhe und Kontinuität vermitteln. Oder es lassen sich Metalle auch perforieren, so dass ähnlich wie bei einer Fotografie der in der Form des Objektes eingefangene Zeitpunkt der Explosion nur den Anschein erweckt, eingefroren zu sein.

 

Informationen auch zu den technischen Möglichkeiten finden sich hier.